Mi. 10-13 Uhr / Fr-So 15-18 Uhr.
Ab dem 9. Oktober 2026 präsentiert das Weiße Schloss Heroldsberg eine umfassende Retrospektive von Eitel Klein, einem herausragenden Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts aus Nürnberg.
Kurator Dr. Alexander Rácz bringt in dieser Ausstellung Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien aus fünf Jahrzehnten zusammen und zeigt erstmals historische bedeutsame Arbeiten,
die Klein während seiner Kriegsgefangenschaft in Rumänien, Russland und Polen schuf: Ein außergewöhnliches Zeugnis kreativen Schaffens unter schwierigen Bedingungen.

Nonne am Strand, Öl auf Hartfaser, 60 x 80 cm, Private Leihgabe
Eitel Klein wurde am 27. April 1906 in Hörlbach beiEllingen geboren. Nach seinem Abschluss an der Kunstgewerbeschule Nürnberg wechselte er 1929 an die Akademie der Bildenden Künste München zu Professor Karl Caspar. Diese prägende Ausbildungszeit beeinflusste Kleins Lebensweg nachhaltig. Als Caspar 1937 vom NS-Regime als „entartet“ zwangspensioniert wurde, gerieten auch seine Schüler zunehmend ins Visier der Kulturpolitik. Zwischen 1935 und 1938 wurde Klein mit einem Ausstellungsverbot belegt.

Kirschblüte in Buchenbühl, Öl auf
Hartfaser, 90 x 55 cm,
Private Leihgab
Trotz aller Widrigkeiten schuf Klein 1937 mit Erich Kohout das damals größte Wandgemälde Nordbayerns am Rathaus von Hersbruck. Die beiden folgten dabei der Ikonografie der NS-Auftraggeber. 1945 brannte das Rathaus ab; Die Motive der Wandmalerei haben sich lediglich auf Archivfotos aus Kleins Nachlass erhalten. 1939/40 wurde Klein zur Wehrmacht eingezogen, 1944 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1950 nach Nürnberg zurück.
Neben Ölgemälden sind in der Ausstellung auch ausgewählte Arbeiten aus einem Konvolut von ca. 450 Blättern zu sehen, die Klein zwischen 1943 und 1950 in verschiedenen Lagern – darunter in Focşani (Rumänien), in der Sowjetunion und auf dem Rückweg – angefertigt hat.

Selbstbildnis, Foscani Rumänien 1947, Papier
Ein Selbstporträt vom 28. Februar 1947 aus dem Gefangenenlager Focşani illustriert die Entstehungsbedingungen besonders eindrucksvoll.
Nach seiner Heimkehr wurde Klein einer der gefragtesten Künstler für öffentliche Aufträge in Nürnberg. Bereits 1952 gestaltete er die Kantine des Postscheckamts in der Kesslerstraße durch Gipsschnitt und Malerei.

Eitel Klein: Im Schlossbad, um
1965,
Öl- und Temperafarbe auf
Hartfaserplatte, 88 x 51 cm, WSH,
kfh0066
Es folgten Sgraffiti an mehreren Schulen, Keramikarbeiten für die Klinik Hallerwiese und weitere Gestaltungen. Zu den wichtigsten Werken zählen das Mosaik „Do ut Des“ im Finanzamt Süd, Wandmalereien im Theaterfestsaal des Schauspielhauses und ein Wandteppich für den Trausaal des Standesamts – Arbeiten, die bis heute den Alltag prägen, deren Urheber jedoch nur wenigen bekannt ist.
Einladung zur Ausstellungseröffnung am 8. Oktober 2026, 18 Uhr
Mit dabei sind
Jan König, 1. Bürgermeister
Eberhard Brunel-Geuder, 1. Vorsitzender der Kulturfreunde Heroldsberg e.V.
Dr. Alexander Rácz, Kurator der Ausstellung
Ausstellungsdauer: 9. Oktober 2026 bis 21. März 2027
Weißes Schloss
Kirchenweg 4
90562 Heroldsberg
Wir bitten um Anmeldung per E-Mail bis 1. Oktober: mail@weisses-schloss-heroldsberg.de
Bitte geben Sie die Anzahl Ihrer Begleitpersonen an.
Ausgewiesene Parkplätze finden Sie am Schlossbad, Lange Gasse 1.
