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Sonderausstellung: Rudolf Schiestl und Fritz Griebel. Wenn aus Schülern Lehrer werden.

Die erste Sonderausstellung seit der Eröffnung des Weißen Schloss im März 2017, Rudolf Schiestl & Fritz Griebel. Wenn aus Schülern Lehrer werden, widmet sich ganz der Beziehung der beiden prägenden fränkischen Künstler zueinander. Wie ein roter Faden zieht sich aber auch ihre Lehrtätigkeit durch die Präsentation, die vom 1. Juni – 25. November in Heroldsberg zu sehen sein wird. Durch den Zugewinn eines Konvoluts von Schiestl-Arbeiten als Dauerleihgabe gelingt es dem Weißen Schloss Heroldsberg, seine Sammlung zu erweitern und alte Bestände in neue Kontexte zu rücken.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die persönliche Verbindung der beiden Künstler, streift aber auch, bedingt durch ihre wichtige Rolle als Lehrer, allgemeinere Fragestellungen: Wie wird ein Künstler zum Künstler? Wie kann man Kunst vermitteln als etwas, was nicht als erlernbar gilt? Und wie kann man seine Studierenden formen, ohne sie zu verbiegen?

Rudolf Schiestl
Rudolf Schiestl (1878–1931) war in jungen Jahren als Student der Münchener Akademie der Bildenden Künste nicht sehr angetan von den angebotenen Lehrinhalten und -techniken. Obwohl er dort von Beginn an durchaus erfolgreich arbeitete und sogleich schon Preise bei Akademiewettbewerben gewann, verließ er die Institution nach weniger als zwei Jahren bereits wieder. Im Rückblick bewertet er seine Zeit in München an der Akademie nicht gerade als einen Gewinn. Statt sich den um die Jahrhundertwende allerorts aufflammenden Kunstdebatten hinzugeben, sucht er die Zuflucht in der Natur. 1910 wird er dann selber Teil des von ihm zuvor (zumindest zeitweise) abgelehnten Establishments – er wird zum Professor für Grafik und Buchschmuck an die Kunstgewerbeschule in Nürnberg berufen. Hier prägt er zwei Jahrzehnte lang Generationen von Studierenden, darunter auch Fritz Griebel.

Fritz Griebel, Selbstbildnis mit leerem Bilderrahmen, 1947

Fritz Griebel
Fritz Griebels (1899–1976) erste Station seiner professionellen Ausbildung führte ihn in die sogenannte Schiestlklasse an der Nürnberger Kunstgewerbeschule. Hier erlernt er grundlegende Techniken und künstlerische Zugänge, die er später selber weiterentwickeln wird.
Vor allem ist seinem Lehrer Schiestl die Arbeit in der freien Natur wichtig, mit seinen Schülern geht er oftmals raus in die Fränkische Schweiz. Gemeinsam erwandern sie sich die Landschaft und schulen hier Auge und Hand.

1922 wechselt Griebel dann an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo er als Meisterschüler Hans Meids seine Fertigkeiten weiter verfeinert. 1926 kehrt er als freischaffender Künstler zurück nach Heroldsberg.

Während all dieser Jahre halten er und Rudolf Schiestl regen Kontakt. Nicht nur sind ihre beiden Familien gut miteinander vertraut, auch auf beruflicher Ebene fördern und fordern sich die beiden Männer gegenseitig bis zu Schiestls frühem Tod 1931.

1946 übernimmt Griebel die Professur für Freie Grafik und Malerei an der zwischenzeitlich in den Rang einer Hochschule erhobenen Nürnberger Kunstgewerbeschule. Hier wird er nun ebenfalls als Lehrender für die nächsten zwei Jahrzehnte bis zu seiner Emeritierung 1966 viele Generationen von Studierenden prägen.

Die Niederländter – Froh Gemüt, geschickte Hand
Die Gesellschaft der Niederländter ist eine Vereinigung, die nach eigenem Bekunden das Ziel hat, Geselligkeit im Freundeskreis mit der Ausübung künstlerischer Tätigkeiten zu verbinden. Sie wurde, ganz dem romantischen Zeitgeist verhaftet, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Und obwohl sie bald seit 150 Jahren besteht, wissen doch nur wenige überhaupt von ihrer Existenz. Dem Vorbild der frühneuzeitlichen Künstlergilde St. Lukas in Antwerpen folgend, nannten sich die Gründer augenzwinkernd Niederländter und wählten „Froh Gemüt, geschickte Hand“ zu ihrem Wahlspruch. Einer von insgesamt 19 Ablegern der Gesellschaft ist auch in Nürnberg zu finden: Treekschuyten ze Norimberghe.

Rudolf Schiestl war ein engagiertes Mitglied dieses Ablegers, sein dort verwendeter Gildenname lautete Roloff van Schilderhuis. Doch nicht nur er, sondern auch andere etablierte Künstler und Professoren der Nürnberger Gesellschaft zählten zu dem illustren Kreis.

Begleitprogramm
Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Führungen und zwei Wanderungen erweitert die Ausstellung thematisch wie räumlich.

Vorträge
Die Vortragsreihe wird laufend erweitert, aktuelle Termine finden Sie auch auf der Website www.weisses-schloss-heroldsberg.de

27. September, 19 Uhr
Eduard Weigert: Niederlandt, wo Kunst und Humor im Verborgenen blühen.
Ein unbekanntes Paralleluniversum inmitten der Stadtgesellschaft

25. Oktober, 19 Uhr
Eduard Weigert: Nürnberger Künstler wie sie keiner kennt – im Kreis der geheimnisvollen Niederländter

Führungen

23. Juni, 15 Uhr
Sonderführung mit Kuratorin Frederike Schmäschke

22. Juli, 15 Uhr
Sonderführung mit anschließender Wanderung nach Kalchreuth

12. August, 15 Uhr
Sonderführung mit Kuratorin Frederike Schmäschke

22. September, 15 Uhr
Sonderführung, anschließend Einkehr bei der Heroldsberger Kerwa

21. Oktober, 15 Uhr
Sonderführung mit Kuratorin Frederike Schmäschke

25. November, 15 Uhr
Sonderführung mit Kuratorin Frederike Schmäschke

Ausstellungsdauer:
1. Juni – 25. November 2018

Eintritt
Der Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen des Weißen Schlosses Heroldsberg beträgt 4,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro, Schüler & Studenten 2,00 Euro).

Kontakt
Weißes Schloss Heroldsberg
Kirchenweg 4
90562 Heroldsberg
Telefon: 0911 518 75 35
E-Mail: mail@weisses-schloss-heroldsberg.de
www.weisses-schloss-heroldsberg.de

Öffnungszeiten
Mittwoch:
10.00 Uhr – 13.00 Uhr Freitag – Sonntag:
15.00 Uhr – 18.00 Uhr Sonderöffnung auf Anfrage

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei Museumsleiter Eberhard Brunel-Geuder unter Telefon 0911 / 518 75 35 sowie bei Kuratorin Frederike Schmäschke 0176 / 706 768 11.

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